Newsletter Oktober 2011
Beachvolleyballteam Jonathan Erdmann & Kay Matysik
Der letzte Newsletter ist schon etwas länger her, was weniger an ausbleibenden Neuigkeiten liegt sondern vielmehr an der Intensität der letzten Wochen. Seit Mitte August übten wir den Spagat zwischen der aktuell noch laufenden Saison und der Vorbereitung auf die kommende Saison.
Einerseits gab es die Deutsche Meisterschaft am Timmendorfer Strand Ende August, bei der wir uns ungeschlagen ins Halbfinale spielten und dort leider gegen Brink/Reckermann verloren. Dementsprechend enttäuscht, die deutsche Nummer eins nicht geschlagen zu haben, verloren wir direkt im Anschluss das kleine Finale. Andererseits hatten wir im Rahmen der Deutschen Meisterschaft einen tollen Event mit unserem Partner Volkswagen Service Deutschland, das uns viel Freude bereitete.
Für beinahe alle deutschen Teams ist die Saison Ende August vorbei. Nicht so für uns. Wir hatten noch das abschließende Worldtour-Turnier in Agadir /Marokko Anfang Oktober. Für Urlaub blieb also keine Zeit, dafür aber ausreichend Zeit im Kraftraum, der Physiotherapie und dem ein oder anderen Restaurantbesuch. Dann ging es für zwei Wochen ins Trainingslager nach Ägypten und von dort aus weiter Agadir.
Wir konnten ja nicht damit rechnen, Ende September beinahe hochsommerliche Temperaturen in Deutschland vorzufinden. Die unangenehm-angenehmen 35 Grad Celsius am Roten Meer waren die optimale Vorbereitung auf ähnliche Temperaturen in Marokko. Dort war es wohl der brennend heiße Sand, der uns beim Turnier so hoch springen und schnell laufen ließ. Wir konnten uns von Spiel zu Spiel steigern und belegten einen guten 7. Platz - wieder in den Top10 der Welt - erneut wichtige Punkte für die Olympiaqualifikation.
Im Olympic-Ranking werden wir auf eben jenem 7. Platz geführt, von dem wir vor der Saison nur geträumt haben. Das eigentliche Ziel Top15 haben wir damit klar verfehlt, wenn das mal keinen Ärger von unseren Trainern gibt *lach* Immerhin waren es unsere Trainer, die nicht nur viel mit uns erlebt haben, sondern auch oft erleben mussten. Mit der Unterstützung von Christoph Dieckmann, Florian Karl und Erik Helm haben wir die große Chance auf London 2012 geschaffen und uns in allen Ranglisten verbessert:
Deutsche Rangliste Platz 2
Europäische Rangliste Platz 5
Olympia Rangliste Platz 7
Natürlich gilt der Dank nicht nur unseren Trainern, sondern auch unseren Sponsoren und Förderern, ohne die wir unbekleidet, schlecht ernährt und wohl nur mit einem One-Way-Ticket auf den Turnieren unterwegs wären. Kein schöner Gedanke, daher wissen wir Eure Leistung sehr zu schätzen. Vielen Dank!
Abschließen möchten wir mit einigen Anekdoten aus dieser Saison, die uns im Kopf geblieben sind und bislang keine Erwähnung fanden. Knapp 50 Flüge in diesem Jahr und unsere Quote für einen Platz am Notausgang liegt bei unglaublichen 80 Prozent. Das bedeutet bei Easyjet flinke Füße zwischen Terminal und Flugzeug, bei KLM ganz liebe Augen am Schalter machen und bei Hainan Airlines vor den freundlichen Stewardessen auf Zehenspitzen stellen und sich besonders groß machen bzw. so tun, als käme man in eine normale Reihe einfach nicht rein. Das ging übrigens wirklich nicht *smile*
Auch Jonathans Quote auf doppelte Bordverpflegung liegt in ähnlicher Größenordnung. Wie er das genau schafft, ist mir immer noch ein Rätsel. Zuletzt hat das Bordpersonal sogar auf das eigenen Essen verzichtet und stattdessen ihm angeboten.
Selbstverständlich gab es auch Flüge, die uns nicht so gefallen haben. Das lag dann meistens am Wetter um uns herum. Hauptleidtragender dabei war unser Trainer, der ohnehin nicht gerne fliegt und ausgerechnet auf seinen Flügen oftmals Turbulenzen hatte. Auch der Shuttle-Service bei so manchem Turnier bringt uns in Turbulenzen. Mal wartet jemand am Flughafen auf uns, manchmal aber auch nicht. Mal telefoniert, raucht, trinkt und gestikuliert unser Shuttle-Fahrer am Steuer - gleichzeitig wohlbemerkt - und ein anderes Mal scheint er am Tag zuvor die Fahrerlaubnis erhalten zu haben, um dann den Grenzbereich von 270 Pferdestärken auf Serpentinen kennenzulernen.
Seit einigen Wochen überlegen Jonathan und ich übrigens zusammenzuziehen. Leider haben wir noch keine ausreichend kleine Wohnung gefunden, die uns nicht zu groß wird, nachdem wir es auf 8 qm² in Kanada mehr als eine Woche ausgehalten haben. Unsere Klamottensammlung haben wir mittlerweile aufgelöst, denn mit mehr als einem gepackten Koffer können wir ohnehin nicht umgehen.
Man merkt, wir versuchen uns in allen Bereichen den sportlichen Herausforderungen anzupassen. Das Training für die kommende Saison hat bereits begonnen und wir werden wieder ausreichend zu berichten zu haben – wie immer unserer Homepage www.berlin-beach-volley.de und auf www.facebook.com/berlinbeachvolley
Viele Grüße, Kay & Joni
Shanghai, 4. Mai 2011
Ni Hao aus Shanghai…
…ehe man sich versieht, ist man auch schon drei Tage in China, genauer gesagt im District Jinshan von Shanghai. Die Zeitumstellung in diese Richtung der Welt fällt vielen doch schwerer, als umgekehrt nach bspw. Brasilien. Vielleicht liegt es daran, dass wir es eher gewohnt sind, bis in die späten Abendstunden sportliche Leistungen zu bringen als um 2 Uhr nachts.
Ist es hier zum Beispiel 8 Uhr morgens, so steht die Uhr in Deutschland auf 2 Uhr nachts. Wer unser körperliches Befinden also nachfühlen möchte, der sollte um genauso diese Zeit mal runter auf die Straße gehen, ein paar Sprünge und Sprints machen und dann möglichst koordiniert den Ball bewegen. Um noch mehr Realismus zu erzeugen, könnte die nächtliche Ertüchtigung in eine Einzelgarage verlegt werden, dazu den Motor des Autos laufen lassen und schon ist die Illusion des Shanghaier Himmels und Smogs perfekt.
Gestern haben wir nach zig Turnierjahren hier in Shanghai das erste Mal eine Insel keine 500 m vom Strand entdeckt. Die ist ja nicht neu, nur der Wind stand diesmal auflandig, so dass wir erstmals in Richtung Wasser halbwegs freien Blick hatten.
Da wir allerdings nicht für die schöne Aussicht sondern zum Ballspielen nach China gereist sind, standen natürlich auch einige Trainingseinheiten auf dem Programm. Die haben wir und unsere Körper gut überstanden und sind bereit für das Turnier. Bis dahin versuchen wir, Geist und Körper in die gleiche Zeitzone zu bringen und gute Spiele zu liefern. Gern hätten wir Euch jetzt schon ein paar Bilder gezeigt, allerdings ist Facebook in China gesperrt, also wundert Euch nicht, dass dort momentan Sendepause ist.
Viele Grüße, Kay & Joni
Berlin, 28. April 2011
Wir sind bereits zurück in Berlin...
...und hatten auf dem Rückflug Zeit, die letzten zwei Wochen Revue passieren zu lassen. Die anstrengenden Trainingstage der ersten Woche in Rio haben sich gelohnt, denn das Turnier in Brasilia verlief nach Plan. Wir wollten einen guten Start in die wichtige Saison 2011 hinlegen. Das ist uns in Anbetracht der Gegner durchaus gelungen. Zunächst besiegten wir den Sieger des letzten FIVB-Turniers aus 2010 Jennings/Wong. Im anschließenden Spiel gegen Alison/Emanuel (BRA) waren wir unterlegen, aber nicht chancenlos. Hier wird sich im Laufe der Saison zeigen, ob wir noch zulegen können. Das wir einen guten Schritt nach vorne getan haben, zeigt der wichtige Sieg erneut gegen die USA - diesmal die Nr. 12 der Welt Gibb/Rosenthal. Das Spiel um Platz 13 hatte es in sich, wir lagen zurück und gewannen denkbar knapp den 1. Satz. Führten lange Zeit im 2. Satz bis 18:14, um dann bei 19:19 den Ausgleich hinnehmen zu müssen. In der Endphase entwickelte sich ein intensiver Schlagabtausch mit langen Ballwechseln, wobei wir glücklicherweise auch den 2. Satz und damit das Spiel gewannen.
Irgendwie lagen uns nur die jeweils 2. Spiele des Tages nicht. Wir konnten gegen Nummerdor/Schuil (NED) streckenweise sehr gut mithalten, allerdings fehlt noch die Konstanz, dies zwei Sätze lang zu tun. Daran arbeiten wir diese Woche in Berlin und fliegen am Ende der Woche nach Shanghai. Dort starten wir aufgrund unserer Weltranglistenpunkte direkt im Hauptfeld und sparen wertvolle Kräfte, die wir letztes Jahr für das Country Quota und die Qualifikation brauchten.
Die Beachvolleyballsaison ist hiermit also eröffnet und wir hoffen, noch des Öfteren von guten und noch besseren Ergebnissen hier berichten zu dürfen. Außerdem werde ich von Zeit zu Zeit - gerade nach den Langstreckenflügen - einzelne Film- und Musikempfehlungen hier veröffentlichen, mit denen wir uns unterwegs die Zeit vertreiben. Diesmal rate ich zu später Stunde den packenden Film "Fall 39" zu schauen und demnächst in das brandneue Album von Clueso "An Und Für Sich" rein zu hören!
Viele Grüße, Kay & Joni
Aalsmeer, Niederlande, 9. Januar 2011
Erfolgreiches 1. Turnier 2011
In einem Herzschlagfinale beim CEV Satellite-Turnier gegen die Lokalmatadore Jon Stiekema und Richard Schuil unterlagen Kay und Joni denkbar knapp mit 1:2 (25:23, 20:22, 13:15).
Als Seed 1 gingen die Mindplayers mit einer Favoritenstellung in das Turnier. Dieser wurden sie in den ersten 3 Runden gerecht. In der ersten Runde eliminierten Kay und Joni ein türkische Team, es folgte ein klarer Sieg gegen Griechen. Und im Viertelfinale erspielten die Erstgesetzten ein 2:0 gegen das deutsche Team Kaczmarek/Stiel. Im Halbfinale gegen das holländische Team Boersma E./Spijkers war das Glück in einem spannenden 3-Satz-Spiel noch auf der Seite der Deutschen. Durch ein 19:17 im dritten Satz feierten sie den Finaleinzug.